Digigraphie-Interviewreihe: Matthias Weber – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Digigraphie-Interviewreihe: Matthias Weber – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Digigraphie-Interviewreihe: Matthias Weber – Gewinner des Epson Digigraphie-Fotowettbewerbs, Kategorie „Natur abstrakt“

Im Rahmen einer Interviewreihe rund um die Digigraphie spricht Epson mit Fotografen über ihre Arbeit, aktuelle Lieblingsprojekte, über digitale und gedruckte Bilder.

Heute begrüßen wir Matthias Weber, Fotograf aus der Oberlausitz. Er ist Gewinner des Digigraphie-Fotowettbewerbs von Epson in der Kategorie „Natur abstrakt“, fotografiert und publiziert seit 1990 regelmäßig.

Herr Weber, wie haben Sie vom Fotowettbewerb erfahren?

Ich habe in der PHOTONEWS über den Wettbewerb gelesen. Ich hatte das Gefühl, dass meine floralen Scanogramme in die Kategorie „Natur Abstrakt“ passen. So konnte ich mich noch kurz vor Ablauf der Frist mit einigen Arbeiten bewerben.

Was thematisieren Ihre Bilder?

Der Ausstellungstitel Transform steht für die Verwandlung von Pflanzen und Blüten. Beim Verblühen ändern sich Farben und Formen auf faszinierende Art und Weise. Vor einigen Jahren habe ich begonnen, Tulpenblätter auf den Scanner zu legen. Von der präzisen und detailtreuen Wiedergabe war ich begeistert. Wenn Objekte auf einen Scanner mit Licht abgetastet werden, entstehen Scanogramme: Bilder ohne Kamera, von großer Intensität und Tiefe.

Diese Arbeiten sind Arrangements von Pflanzenteilen, Blütenständen und Früchten. Das Kleine groß machen, eine Welt, die erst durch die Vergrößerung erlebbar und lebendig wird. Mit Wiederholungen der Form, die niemals gleich, entsteht unerschöpfliche Vielfalt. Durch die Umsetzung der Objekte aus dem ursprünglichen Raum in die Komposition auf der reduzierenden Maschine, entsteht ein völlige neue Betrachtungsweise. Der Schöpfung wird eine andere Würde verliehen. Faszinierend ist der Wandel. Die Veränderung der Farben und Formen beim Verblühen. Vergänglichkeit als  ästhetische Erscheinungsform der Natur, die unsere Sinne berührt und lustvolles Entdecken ermöglicht.

Wie entstand die Idee zum Projekt?

Es war Neugier, die Lust etwas Neues auszuprobieren. Ich habe den Scanner sozusagen in einen Fotoapparat umgewandelt.

Können Sie uns etwas über Ihre vergangenen Projekte erzählen?

Fotografen sind oft Sammler – wir beginnen ein Projekt und führen es über Jahre weiter. Zum Beispiel meine Porträtserie über Fahrradfahrer. Als Fotojournalist bin ich viel mit dem Auto auf Landstraßen unterwegs und begegne immer wieder Menschen, die mit dem Fahrrad ihre täglichen Wege erledigen. Auf meiner Website sind Arbeiten aus dieser Serie zu sehen.

Kommen wir noch einmal auf die Fotografie zu sprechen: Können Sie uns erklären, welchen Wert das gedruckte Bild für Sie hat?

Das gedruckte Bild hat für mich natürlich eine ganz besondere Bedeutung. Es ist das Ende eines kreativen Prozesses - ob als Print in einem Rahmen an der Wand oder in einem Buch oder einer Zeitschrift. Kleinere Formate drucke ich selbst mit einem Tintenstrahdrucker.

Auch Ihre Werke in Zingst wurden mit dem Digigraphie-Verfahren produziert, wie ist Ihr Eindruck?

Von den im Digigraphie Verfahren geprinteten Arbeiten aus der Serie “transform floral” bin sehr angetan. Es sind einfach exzellente Drucke. Das besondere des Druckverfahrens ist aber nicht sichtbar, es ist die enorme Langlebigkeit der Prints.

Können Sie uns noch etwas über Ihr nächstes Projekt erzählen?

Ebenfalls ein Langzeitprojekt sind besondere Landschaftsfotos. Dabei interessieren mich sculptural anmutende Gebilde im ländlichen Raum. Dazu gehören große mit Planen verhüllte Haufen aus der landwirtschaftlichen Produktion. Aber auch Wohnwägen im Wald. Auch aus dieser Serie gibt es Beispiele auf meiner Internetseite.